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Wo sollte der FC Kreuzlingen spielen?

in Fussballheimat by

Spielt der FC Kreuzlingen eines Tages im Seezelg? Die derzeitige Planung des Reka-Feriendorfes im genannten Gebiet lässt auch die Fussballfreunde aufhorchen (das Reka-Feriendorf ist östlich der im Gestaltungsplan vorgesehenen Fussballplätze geplant). Im aktuellen Gestaltungsplan Seezelg waren neben der touristischen Nutzung auch drei Fussballfelder inklusive Garderobengebäude und Tribüne vorgesehen.  Stadtrat Ernst Zülle äussert sich dazu wie folgt: «Es sind nach wie vor insgesamt drei Fussballplätze vorgesehen – auch in Abhängigkeit zum Gebiet Döbeli» (Bericht Kreuzlinger Nachrichten vom 21.06.2017). Im letzten Sommer war bezüglich Döbeli wiederum von einem geplanten Fussball-Mekka mit fünf Plätzen die Rede. Dann stellten sich die Döbeli-Gärtner und das Konstanzer Parlament quer und die Variante 2 (Seezelg) gewann wieder an Oberwasser (Thurgauer Zeitung vom 15. Juli 2016: „Die Kleingärtner sind beruhigt„). Ein tatsächlicher Umzug ins Seezelg dürfte laut gut unterrichteter Quelle aber gut und gerne 10 Jahre auf sich warten lassen – und bezüglich Döbeli scheint auch mehr offen als gedacht, jedenfalls beschäftigt sich das Konstanzer Parlament diese Tage erneut mit der Angelegenheit.

Eines vorneweg – Die Stadt macht viel für seine Fussballvereine. Im Döbeli ist für den AS Calcio ein Kunstrasenplatz im Gespräch und im Hafenareal wird Stück für Stück an einer passablen Infrastruktur gewerkelt (aktuell wurde ein Baugesuch für Garderoben am Club-Beizli gestellt und die Bandenaufhängung wird erneuert).

Die Kinder- und Jugendarbeit in den Fussballvereinen ist der Stadt nicht gleichgültig. Diese ist tatsächlich hoch zu bewerten, verdient Anerkennung und Förderung, unter anderem durch die Bereitstellung von Fussballplätzen – dies ist unbestritten. Eines wird bei der Sportplatzplanung aber schnell vergessen, ein Fussballplatz ist nicht nur für Sportler gedacht. Die Fussballspiele sind ein Ort der Begegnung, der Integration, des Miteinanders, der iden­ti­täts­stif­tenden, gelebten Tradition. Hier treffen sich Kinder und Senioren, Ausländer und Schweizer, Reiche und Arme bei gemeinsamen Diskussionen über die schönste Nebensache der Welt – und dies jedes Wochenende zu Hunderten. Hier findet Alltagskultur statt. Bei neu eröffneten Sportplätzen in der Region hat man jedoch oft das Gefühl an einer Bushaltestelle gelandet zu sein – teilweise sind nicht einmal Sitzgelegenheiten mit eingeplant. In welchem öffentlichen Bereich wäre so etwas sonst möglich? Hier sind aber auch die Vereine und ihre Zuschauer gefordert – mit der Berichterstattung auf hafetschutter.ch möchte ich meinen Beitrag dazu ebenfalls leisten.

Fussballgeschichte ist immer mit einer Örtlichkeit verbunden, wo sich Dramen und Erfolge abwechseln, um dann auch Teil einer Stadtgeschichte zu werden. (Ein hafetschutter.ch-Leser) 

Übrigens, die Kreuzlinger Vereine im Fussball, Handball, Wasserball und Eishockey haben jede Saison mehr Besucher als alle Kreuzlinger Museen zusammen – alleine schon bei den Aktivmannschaften, die endlos vielen Juniorenspiele noch gar nicht mit eingerechnet. Dies schmälert nicht die tolle Arbeit der Museen, die ich selbst schätze, interessant ist es aber allemal.

Titelbild: Gestaltungsplan Seezelg, Konzeptstudie 1999 mit 4 Plätzen

Zugaben:

Essay Seezelg Kreuzlingen, 2016

Eine Geschichte zu den Kreuzlinger Fussballplätzen, 2012

Umfrage:

2 Comments

  1. Bruno Neidhart – 1 hour ago (via Umfrage)
    Eine schwierige Frage, die uns da „Hafetschutter“ stellt – aus mancherlei Hinsicht! Noch liegt von der Stadt keine Gesamtplanung vor, die sämtliche Arten von Sporteinrichtungen umfassen müsste, die in den kommenden 10-20-30 usw. Jahren aufgrund der Örtlichkeit in der Stadtlandschaft Bestand hätten, um so den Sportvereinen eine sichere Perspektive bieten zu könnten. An einer solchen Darstellung wäre aktuell zu arbeiten. Dass die Stadt regelmässig auch den Fussball unterstützt, um wenigsten den laufenden Bedingungen einigermassen gerecht werden zu können, sehe ich in einer „Sportstadt“ als „normal“ an.
    Nun zu den Platzvariationen: Das HAFENAREAL ist solange eine unsichere Sache, als hier grenzüberschreitend keine verlässliche Planung vorliegt. Das DÖBELI ist derzeit ziemlich ausser Gefecht, ist man doch von Konstanz abhängig. Auf SEEZELG taucht plötzlich Reka auf. Die Planung in diesem Gebiet ist hier somit von Grund auf neu anzugehen. Eine alte Planung, die vier „eingezwängte Fussballfelder“ darstellt, ist out – oder war es schon immer. Beim BURGERFELD spricht auch der Kanton mit. Zudem ist eine Leichtathletikanlage um das Fussballgrün herum heutzutage eben nicht mehr „der letzte Schrei“.
    Gut ist selbstverständlich, dass sich – wiedemal! – die Platzfrage stellt und sich „Hafetschutter“ kräftig einmischt. Aussergewöhnlich jedoch, dass dazu ausgerechnet ein „Feriendörfli“ Anlass gibt, mit dem die Stadt die Öffentlichkeit in einer Blitzaktion „überfiel“. Aber O.K. – Planung marsch!
    (Nebenbei: Eine Variante war noch nie im Gespräch: Eine Art „Stadtarena“, die dann solitär stehen könnte, und auch der Stadt selbst für eigene Veranstaltungen dienen würde.
    Dazu wäre auch eine Mantelnutzung denkbar, die das Ganze finanziell erträglicher zu gestalten hätte. Sowas dürfte „bei gutem Willen“ durchaus z.B. noch auf dem Döbeli (mit Autobahnanschluss) oder gar beim Hafen zu realisieren sein. Die eigentlichen Trainings-/Spielfelder für die vielen Clubmannschaften wären dann andernorts unzubringen).

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