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Das Debakel mit der Losfee

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Was für eine hinterhältige Auslosung. Zuerst übersteht der FC Kreuzlingen die Ziehung unter den Amateurvereinen. Die Bassecourts und Hergiswils, die ganzen unattraktiven Spielpaarungen. Es kann nur noch gut kommen – ein Profi-Verein im Heimspiel auf sicher! Dann greift die Glücksfee des 5.-Ligisten US Montfaucon beherzt in das Gefäss mit den Kugeln. Der FC Kreuzlingen, dass Herz springt vor Freude!

Ein weiterer Griff der breit grinsenden Glücksfee in die Kugeln mit den Fussballverheissungen, dem eigenen Verein hat sie kurz zuvor Neuchâtel Xamax zugelost, sie ist noch sichtlich beseelt davon. Die Spannung ist zum bersten gespannt – der FC RAPPERSWIL-JONA! Das Blut gefriert in den Adern, man sucht sofort wütend die Ausschalttaste. Rapperswil-Jona? Der altbekannte Verein aus der 1. Liga? Der Emporkömmling, welcher gerade erst durch die Hilfe einer Pizzakette in die Challenge League aufgestiegen ist? Haben wir jetzt wirklich die einzige Niete gezogen? Haben wir wirklich?  Zuerst mal hinsetzen und überlegen.

Das Risiko im verbliebenen Topf die einzige Niete zu ziehen – und Rapperswil war wirklich die einzig verbliebene Niete – lag bei 5%. Haben wir natürlich zugeschlagen. Vielleicht wäre Wohlen vergleichbar gewesen. Da haben sie aber wenigstens eine kleine sympathische Fanszene. Die Rapperswiler werden uns dafür an die Wand spielen. Plötzlich wären einem sogar die Bassecourts und Hergiswils lieber gewesen. Auweia, muss man erstmal verdauen. Können wir der Sache noch etwas positives abgewinnen?

Das Spiel findet zum Saisonstart am 12./13. August 2017 statt.

Die Losfee im Moment des Scheiterns:

 

4 Comments

  1. nun ja…. soo schlimm ist das Los nun auch wieder nicht. Ein starker 1.Ligist aus dem Welschland oder ein starker 2.interregioclub aus dem Wallis und das erst noch als Auswärtspartie…..man sieht es hätte wesentlich schlimmer kommen können ! 🙂 Auf die Frage ob man was positives abgewinnen könnte : MIT SICHERHEIT! Rappi wird sich mit Bestimmtheit voll und ganz auf die kommende Saison vorbereiten und voll und ganz auf den Ligaerhalt hinarbeiten. Da ist der Cup für einmal völlige Nebensache und genau da liegt die Chance für den FCK. die ersten Testspiele gegen Einsiedeln (3:3) und USV Eschen-Mauren (2:1 ) sind erste Zeichen für die Prioritäten von Rappi für die Saison 2017/18 ! Jetzt heisst es tüchtig die Werbetrommeln rühren und fleissig Matchbälle sammeln!

    • Mittlerweile sehe ich es auch so Steve. Die Enttäuschung war im ersten Moment besonders gross, weil wir einen Profi-Verein auf sicher hatten. Da ist Rapperswil von 19 Vereinen der wirklich unattraktivste. Einen Nachteil haben allerdings alle Amateurvereine in der 1. Hauptrunde, während sie praktisch einen „Kaltstart“ haben, stehen die Profi-Vereine bereits mitten in der Saison. Ein besonderes Spiel wird es so oder so. Übrigens ist der Spielort noch nicht ganz klar, in Kreuzlingen ist dann Seenachtsfest. Evt. wird trotzdem im Hafenareal gespielt.

  2. Natürlich war die Auslosung so etwas wie „Tor und Niederlage in der 96. Minute“. Das hat aber nichts mit dem Club aus der hübschen Rosenstadt am Oberen Zürichsee zu tun. Auch nichts mit einer hübschen Fee. Ist halt so rausgekommen. Nun gilt es zu organisieren, was zu organisieren ist. Da bin ich bei steve-rheintals letztem Satz! Übrigens tippe ich auf ein 3:2 für den FCK! Abschliessend noch das jubilierende Blitz-und Donner-Schlussbouquet des Seenachtsfests. Für den Herbst verbleiben dann die vermeintlich ganz dicken, attraktiven Mannschaften. Aber auch unter denen wird es erfahrungsgemäss einige dünne geben. Ist halt Cup-Zeit. Man freut sich einfach. Und staunt mitunter.

    (Nachsatz zum beigelegten Videomaterial: Ist schon interessant, wie früher quasi un-euphorisierte Sportverwaltungsbeamte national moderierten!)

  3. Nachtrag: „Pizzakette“ und „Challenge League-Aufstieg“ muss beim FC Rapperswil-Jona kein schlechtes Attribut sein, wie man vielleicht bei Daniel Kessler lesen könnte. Der Club macht bereits seit über 10 Jahren an diesem nun endlich gemeisterten Aufstieg herum. Vor 3 Jahre legte er sich zudem eine hübsche Tribüne zu, sodass auf dem „Stadion Grünfeld“ ligamässig gut zu tschutten sein sollte. Nun hat sich der Verein mit den vielen Bestimmungen herum zu plagen, die der Verband für diese Liga eingerichtet hat (Das mit 10 Mannschaften und jeweils viermal gegeneinander in der gleichen Saison, werde ich allerdings nie begreifen!).

    Was den Kanton St.Gallen betrifft, so hängt er fussballerisch mit Rapi den Thurgau weiter ab, sind doch aktuell nun drei Mannschaften in den beiden oberen Ligen zuhause, wenn ich richtig gezählt habe. Man muss wohl noch lange warten, bis im Thurgau das Thurgauerlied von einer Tribüne erschallt, um wenigstens zum 3:1 zu verkürzen. Zur relativen Ehrenrettung sei festgehalten, dass der Kanton St. Gallen fast doppelt sowiele Einwohner hat, wie der Thurgau. Allerdings ist das nur sehr bedingt ein fussballerisches Kriterium, wie man weiss. Dafür gibt es genügend mutige Beispiele.

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