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Cup-Out gegen Rapperswil-Jona

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Was für ein furioser Start ins 1/32-Finale des Schweizer Cups! Nach zwei Kontern führt der FC Kreuzlingen mit 2:0 (Arifagic/Misini) gegen den haushohen Favoriten FC Rapperswil-Jona aus der Challenge League. Wenig später eine Grosschance zum 3:0! Vielleicht, ja vielleicht wäre dann der FCRJ gebrochen gewesen. Mit 2:1 gehts in die Pause. 780 Zuschauer vermeldet der Speaker, die zweitbeste Besucherzahl seit der Rückkehr ins Hafenareal (2006). Der FC Kreuzlingen steht tief in der eigenen Hälfte, drei Klassen Unterschied – das ist im Fussball fast nicht zu Überwinden.  Doch der FC Kreuzlingen zeigt nicht nur eine kämpferisch tolle Leistung, teils wird auch mit Kombinationen und Einzelaktionen brilliert, sehr zur Freude der heimischen Zuschauer. Der Druck der von Urs Meier trainierten Profi-Fussballer (Saisonbudget 2,4 Millionen) führt aber auch zu Fehlern in den eigenen Reihen. Der FCRJ zieht auf 2:4 davon und jetzt könnte das typische passieren, die Amateure brechen zum Ende des Spiels ein. Doch das 3:4 vom eingewechselten Marco Soares sorgt nochmals für Spannung im Hafenareal, mit letzter Kraft läuten die Grenzstadt-Kicker die Schlussoffensive ein und bringen den haushohen Favoriten nochmals in Bedrängnis. Zum Tor gereicht hat es nicht mehr. Ja, die Gegentore waren etwas ärgerlich. Ja, es hätte reichen können, man war sehr nahe dran. Aber es war auch so ein Fussballfest – von dem man im Hafenareal noch lange erzählen wird.

Nachtrag: die Wettquoten bei rund 10 Wettanbietern lagen bei 9:5:1,25.

Bericht und Live-Ticker vom FCRJ / Spielberichte und Fotos vom FCK

Fotos: Dominic Brandes

1 Comment

  1. Von Berlin aus gesehen: Kein FCK-Beinbruch. Gekämpft bis zum Schlusspfiff. Es ist Cupzeit! So kommen manchmal Ergebnisse zustande, die einen Klassenunterschied relativieren können.
    Ab nun jedoch wesentlich: Ein guter Einstieg in die Meisterschaft 2017/18 als Bestätigung der erfolgreichen Vorbereitungsspiele und des Cup-Matches. Die ersten 5-6-7 Ligapartien weisen den Weg, wohin die Reise gehen könnte – genauer: ob man am Hafen durchgängiger mit einem gehobenen Fussball rechnen kann, etwa analog der letzten 5-6-7 Begegnungen der vergangenen Saison. Dazu braucht es allerdings auch eine aufmunternde Portion Zuschauer von einfachen, die erklärte Sportstadt Kreuzlingen vertretenden Sportinteressierten (!), bis hin zu den „unermüdlichen ultimativen Fans“ hinter ihren zackigen Bannern.

    780: Ich weiss nicht, ob das viel ist, oder eher mässig viel. Es kommt auf den Standpunkt an. Ich meine, der Club verdient es, in der Stadt allgemein mehr beachtet zu werden. Die Clubverantwortlichen tun alles, um einen sauberen und attraktiven Amateurfussball zu ermöglichen. Das ist zu honorieren in einer Zeit, in der besonders die Spitze der professionellen Variante dieser Sportart aus dem Ruder zu laufen droht – oder längst gelaufen ist. Inklusive der vielen vereinsbelastenden Verbandsbegehrlichkeiten – selbst schon im Amateurbereich……

    Nun waren die Sanktgaller vom oberen Zürichseebecken sicher auch nicht die attraktivste Affiche. Aber um das ging es sonntags ja nicht. Die gerade Aufgestiegenen (Gratulation!) waren indes ein Gegner, mit dem einigermassen noch auf Augenhöhe zu kämpfen möglich wurde. Das 3:4 hat dies bestätigt. Anders beispielsweise in Altdorf/Uri: Hier hatten sich die Tellenbuben im Laufschritt von der 3. Liga über die zweite regionale bis nun zur zweiten interregionalen hochgeangelt. Und nun Challenge-Sevette im Cup! Die Endrechnung: 0:6. Unter den 1850 Zuschauern (!) waren sicher nicht übertrieben viele aus Genf. Der ehemals glanzvolle Romandie-Club serbelt schon lange vor sich hin und hofft auf bessere Tage. Oft sind nicht mal 2000 Zuschauer in der 30’000-er Arena „Stade de Genève“!

    Was ich sagen möchte: Namen sind eben im Fussball noch ganz lange kein „Schall und Rauch“, auch wenn die Zeit längst vergangen ist, wo vor dem Schall noch etwas zündete (Ich wohnte zu dieser Zeit in Genf). Im fussballerischen Denken einen Nimbus verlieren ist nun mal verdammt schwer. Es gibt dazu viele Beispiele. So gesehen war die Cup-Attraktivität im Urnerland einerseits deutlich höher als in der FCK-Arena – im Kern jedoch nur „scheinbar höher“. Die 780 sahen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine spannendere Partie. Und um „Spannung“ soll es ja im Fussball gehen – für Zuschauer wie für Spieler. Auf also in eine spannende neue Saison!

    (Nachschlag in eigener Sache: Auf der alten „Schützenmatte“ in Altdorf gab ich mal den rechten Flügelstürmer in einer Thurgauer Auswahl. Zu der Zeit (vor über einem halben Jahrhundert!) wurden unter Amateuren noch kantonale Vergleichswettkämpfe ausgefochten. In die Auswahl rutsche ich „per Zufall“. Es gab schon noch geeignetere „kantonale Flügel“! Aber dazumal konnte es eben auch wichtig sein, den kantonalen Libero und gleichzeitig Käpten zu kennen (der -„welch Zufall“ – im selben Club spielte – im FCK!). Und dass ein nominierter Flügel kurzfristig ausfiel: dafür konnte ich nun wirklich rein gar nichts! Soweit diese unbedeutende Story (Uri gegen Thurgau übrigens 3:2). Anstandshalber noch zu bemerken: In der Pause wurde ich ausgewechselt. Der Libero nach dem Spiel: „Häsch es aber ganz guet gmacht“. Immerhin…..)

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