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Das perfekte Matchprogramm

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Ich liebe Matchprogramme. Sie verbinden meine Leidenschaften für Fussball, Sammeln und Alltagskultur. Ausserdem mag ich Gedrucktes und (wie die meisten Fussballfans) Statistiken. In letzter Zeit begann ich mit dem Sammeln von alten englischen Matchprogrammen, dazu ein andermal vielleicht mehr.

Doch ich schaue sie mir nicht nur gerne an, ich produziere sie auch gerne. Für den FC Kreuzlingen kamen so in den letzten Jahren rund 100 Ausgaben zusammen. Zuletzt waren die Spieltagshefte bis zu 60 Seiten stark, professionell gelayoutet und gedruckt. Zeitintensiv und Kostenintensiv. So konnte es nicht weitergehen. Auf der Suche nach dem perfekten Matchprogramm für einen Amateurverein hab ich in der Sommerpause am passenden Format gefeilt und geschraubt. Ich habe mich dabei von den eingangs erwähnten englischen Matchprogrammen aus den 1950er-Jahren (ein wenig) inspirieren lassen, wie auch vom Non-League-Directory, dem legendären Jahrbuch des englischen Amateurfussballs.

Das Resultat ist ein 8-seitiges A5-Matchprogramm. Das erstellen einer Ausgabe benötigt 30 Minuten. Die Druckkosten liegen bei 0 Franken, zumindest wenn man nach der Arbeit den Büro-Drucker der Firma beanspruchen darf. Anstelle der Platz- und zeitintensiven Inserate verkauft man Logo-Felder, Spieler-Sponsorings und Matchbälle. Die Werbe-Einnahmen für einen beliebigen Amateurverein dürften damit erfahrungsgemäss bei 10’000.00 bis 25’000 Franken liegen. Unverzichtbar für ein Matchprogramm: Kaderlisten, Tabelle, Spielplan, Vorwort. Ein paar Extras werten das Heft auf, z.B. die Einsatzminuten der Spieler, die Matchfacts zu den bisherigen Spielen (Tore, Karten, Zuschauerzahlen), ein Platzguide mit Spielstatistiken. Fertig.

Wollen auch Sie ein solches Matchprogramm für Ihren Verein?

Die Vorlage gibts bei: daniel.kessler@fck1905.ch

Die HAFETSCHUTTER-Matchprogrammen erscheinen in der Saison 2017/2018 für die 1. Mannschaft (2. Liga IR) und die 2. Mannschaft (3. Liga) des FC Kreuzlingen. Viel Spass damit.

Weiterführendes zum Thema:

GRENZSTADTKURIER Nr. 9

1 Comment

  1. In einer Zeit, in der Fussball immer perfekter zu sein hat (dazu später), ist „Das perfekte Matchprogramm“ insofern willkommen, da es trotz „billiger“ noch perfekt den Status zu vermitteln scheint, wie es die Zuschauenden als willkommene Spiel-Orientierungshilfe erwarten. Und dass der „Hafetschutter“ auch die 2. FCK-Mannschaft bedient, ist insofern dankend hervorzuheben, da es sich bei den regionalen Gegnern in dieser Drittligagruppe mehrheitlich sogar um die erste Mannschaft eines Clubs handelt. Die Anforderungen an die FCK-Zweite sind entsprechend recht hoch einzustufen. Da lohnt es sich schon, auch mal diese Truppe zu unterstützen.

    Zurück zu perfekt: Fussball ist ein ganz einfaches Spiel. Bereits Kleinkinder können erklären, um was es geht. Derzeit wird vehement versucht, den Fussball zu perfektionieren, zu konfektionieren. Damit wird er zwangläufig komplizierter (andere sagen einfacher). Einem Kind kann man das Spiel aber nicht mehr erklären. Höhere Mächte ergreifen die Szene. Gemeint ist (jetzt nun auch in D) der Videobeweis, die Videoschiri-Riege irgendwo in einem unsichtbaren Studio. Damit muss nun an den höheren Fussballfachschulen u.a. das Arsenal der Gebärdensprache eines Schiedsrichters erweitert werden. Versteht man etwa die manuelle Darstellung von rund (nur Ball getroffen), oder die armbezogene Zeigerichtung bei einem Seiteneinwurf (wer Einwurf hat), so kommt neu u.a. eine eckige Geste hinzu: Auf gehts also zum Videobeweis! Doch vorerst wohl nur im höheren Segment des Professionellen. Man weiss dabei nicht so recht, ob damit ein Schiri entlastet wird, oder teils entmachtet. Oder geht es letztlich gar ums Geld, das einer Mannschaft durch einen falschen urmenschlichen Entscheid womöglich vorenthalten wird? Vielleicht sind die Verbandsabsichten aber auch rein sportlicher Natur. Man weiss es da nie so genau! Zur Entlastung: Der Verband hätte übrigens anstelle eines Vierecks auch ein „V“ (für Video) nehmen können, etwa gesponsert von Volvo (oder später mal in der Ostschweiz von Volg!). Insofern sind wir noch einmal quadratisch (oder ist es ein Rechteck) davon gekommen (Bei quadratisch würde mir noch Ritter-Sport einfallen).

    Wie dem auch sei: Ich bin kein Freund solcher Komplikationen, von denen jedoch viele sagen, sie wirkten spielvereinfachend und ehrlicher. Wird akzeptiert. Aber ich bin nun mal für das echte, auch für menschliche Fehler, die dann einigermassen demütig zu verzeihen sind: Fussball als eine Art ethischer Lernort – für Spieler und Zuschauer (vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen! – o.k.).

    Wie es immerhin heisst, ist trotz Videobeweis noch stets der Schiri die letzte Instanz auf dem Platz. Er kann also sozusagen den Beweis der Foul- und anderen geschliffenen Analysten, die irgendwo weit entfern in einem Studio sitzen (später gar im silicon valley?) auch negieren. Aha. Was mir einfach schleierhaft vorkommt ist, dass zwar ein grober Schiri-Schnitzer slowmotionmässig relativ zu erklären ist, etwas ein Foul im 16-er mit anschliessendem 11-er, doch kann ein klitzekleines Foul noch vor der Mittellinie, das mal gepfiffen wird – mal wieder nicht (das wissen wir doch alle!), die ultimative Ursache gewesen sein, den Angriff überhaupt erst bis in den 16-er hinein vortragen zu können. Und ob dann Schiedsrichter nach einem verlorenen Spiel nun erhobenen Hauptes ihre Kabine erreichen können – mindesten den Tunnel, ohne von „besonderen Ultras“ im Zielgebiet zu liegen, wird sich dann zeigen. Ich bin da eher skeptisch.

    Zum Schluss noch etwas schwägalpiges dazu: „Perfekt“ könnte auch mal das urige Schweizer Schwingen gestaltet werden, wenn ich sportlich weiter denke. Dazu bräuchte es nur einige elektronische Referenzpunkte auf dem Rücken der mächtigen Brocken (unter der Haut, in der Fettschicht). Leuchten an einer Anzeigetafel alle Punkte als „gleichmässig belastet“ auf, so geht ein krachender Böller ab, und volkstümliche Musik wird kurz eingespielt (beim Schlussgang die Nationalhymne). Der Gegner gälte dann als ch-perfekt gebodigt. Um den Gang endgültig abzuschliessen, könnte fakultativ noch eine regionale Käsewerbung auf der Anzeigetafel erscheinen. Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten auf unserer schönen Welt…….

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