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Millionäre im Gründenmoos

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Gefühlt 75% Spielanteil und die besseren Torchancen, am Ende wieder nur ein Unentschieden beim sehr limitiert spielenden FC Winkeln. Immerhin patzten auch Linth und Uzwil.

Der St. Galler Quartierverein durchläuft die erwartet schwere Saison und steht am Tabellenende, mit Eigengewächs und Ex-Profi Sven Lehmann verliess der einzig grosse Name den Verein. Nun steht man hinten dicht am Gegner und versucht vorne an einen Lucky Punch zukommen. Genau das gelang – und das 1:1 wurde von einigen Spielern wie ein Sieg bejubelt.

Was geschah auf der wuchtigen Gründenmoos-Tribüne, unterhaltsame Diskussionen mit dem Winkler Trainergespann etwa. Der Trainer war etwas schlecht gelaunt, kurz zuvor warf ihm ein Zuschauer versehentlich einen Ball an den Kopf (chasch nöd besser ufpasse!).

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1 Comment

  1. Wenn schon nicht drei Punkte, so hätte der FCK wenigsten die Gründenmoos-Tribüne mit nach hause nehmen können, um sie dem nächsten Stadtpräsidenten (oder der ersten Stadtpräsidentin) vor die Füsse zu legen. Aber wo um himmelswillen für die nächsten 20-30-40 Jahre aufstellen? „The answer my friend is blowin in the wind……..“! Ziemlich windig war auch, liest man die Matchberichte, das Kreuzlinger Spiel gegen Winggle (richtig geschrieben?). Tatsächlich ist mit einem – ich zitiere sport-fan.ch, „……gepflegten Kreuzlinger Kurzpass-Spiel“ einer verweifelt auf Abriegelung spielenden Crew vom Tabellenende schwer beizukommen. Nun ist Allgemeingut (theoretisch!), dass einem Riegelsystem besser beizukommen ist, wenn man den Gegner ständig etwas kommen lässt (sofern dieser überhaupt will), um dann überfallartig nach raumgreifenden diagonalen oder Seitenlinien-Pässen die schnellen eigenen Stürmer plötzlich frei im gegnerischen Raum auftauchen zu sehen, dann nur noch der geniale Pass (neusprachlich „Assist“) gespielt werden muss, bevor es knallt.

    Derzeit knallt es tatsächlich nur mässig, obwohl einige vortreffliche Stürmer auf der FCK-Liste vorhanden sind. Dieser Mangel kann auch nicht durch gesunde Abwehrleistungen kompensiert werden. Und in Sachen Ligaspitze ist es eben schon so, dass gegen schwache Gegner gewonnen werden muss, andererseits gegen gute und sehr gute verschmerzbar immer wiedermal Punkte abhanden kommen können. Gegen die Spitze gewinnen, um dann „handumcher“ kein Mittel gegen einen Schwanzclub zu finden, ist ein erfolgloses Saisonrezept.

    Nun ist Fussball allerdings nicht auf Rezeptbasis zu organisieren. Auch bei internationalen professionellen Ligen mit Clubs auf der Basis schwindelerregender Investitionssummen (oft als orientalische Rezeptur) kann nur einer Ende Saison an der Spitze stehen. Und tatsächlich muss es nicht immer derjenige mit den teuersten Accessoirs aus dem Weltangebot von fussballerischen Superhelden sein. Auf Dauer jedoch zeigt es sich, dass Lorbeeren (machte ich gestern übrigens in meinen Gulasch rein!) fast nur durch Mannschaften erreicht werden können, die über Jahre von einem breites Arsenal vortrefflicher Spieler verkünden können.

    Nun meine ich, dass einiges vor diesem „Arsenal“ tatsächlich auch beim FCK vorhanden ist (aus entsprechender Liga-Sicht natürlich). Was u.a. noch fehlen düfte, ist ein omnipotenter, gelernter, kräftiger, beweglicher, ballsicherer, zweikampferpropter, klug passspielender (und weiss ich was) Mittelfeldanker……sage ich mal frech.

    Der Trainer weiss natürlich noch viel mehr. Er muss sein Handwerk auf das abstellen, was tatsächlich an „Spielermaterial“ (schrecklicher Ausdruck) vohanden ist – besser: vorhanden sein kann, ohne dem Risiko einer finanziellen Überschätzung der Kräfte eines Clubs anheim zu fallen. Schon viele Clubs sind so – oder ähnlich – abgetaucht. Und dann ist es mühsam, sich wieder empor zu kämpfen. Was die 2. Liga interregional betrifft, so ist es derzeit bemerkenswert, wie in anderen Gruppen ehemals bekannte Clubs an der Spitze spielen, um eines Tages wieder einen höheren Level erreichen zu können, so der CS Chênois, FC Bulle, oder der FC Biel/Bienne (mit neuer, formindabler „Tissot-Arena“ plus Eisstadion plus Mantelnutzung). Der in Klammer gesetzte Satz ganz unverbindlich aufnotiert! Die Stadt Biel/Bienne ist tatsächlich noch eine andere Nummer, als Kreuzlingen. Und wir haben auch keine Uhrenindustrie wie am, und auf dem Jura.

    Rezeptlos am Kreuzlinger Hafen? Keineswegs! The answer my friend ist Fussball-Leidenschaft! Und die ist sogar gratis. Alles weitere liegt schliesslich am Wind, wohin es den FCK 1905 eines schönen Tages wehen wird. Liga-, wie platzmässig!

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